Antwort C) ist richtig. Das Buch Genesis beschreibt die Frucht und das, was sie verspricht, als äußerst positiv: „Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und begehrenswert war, um klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß.“ (Einheitsübersetzung) Klug zu werden ist auch im Alten Testament äußerst erstrebenswert. Erst durch das Essen der Frucht erhalten die Menschen, nach der Logik der Erzählung, die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden – also moralische Entscheidungen zu treffen. Von einer Sünde kann man zu diesem Zeitpunkt daher nicht sinnvoll sprechen: Das Alte Testament verwendet das Wort „Sünde“ erst bei der Erzählung, in der Kain seinen Bruder Abel erschlägt (Gen 4).
Schon früh wurde die Erzählung jedoch anders gelesen und der Fokus auf die Sünde gelegt, etwa bei Paulus (Römerbrief 5,12) – in diesem Zuge wurde auch die Schlange zum Sinnbild des Satan. Dass die Frucht schließlich häufig als Apfel dargestellt wird, geht vermutlich auf ein lateinisches Wortspiel zurück: „Das Böse“ heißt malum, „der Apfel“ mālum (mit langem a).
Der katholische Theologe Oliver Dyma forscht am Institut für Biblische Exegese und Theologie (IBET) der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster zum Alten Testament, insbesondere zur Rezeptionsgeschichte und zur Vorstellung vom Königtum Gottes.
Antwort C) ist richtig. Das Buch Genesis beschreibt die Frucht und das, was sie verspricht, als äußerst positiv: „Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und begehrenswert war, um klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß.“ (Einheitsübersetzung) Klug zu werden ist auch im Alten Testament äußerst erstrebenswert. Erst durch das Essen der Frucht erhalten die Menschen, nach der Logik der Erzählung, die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden – also moralische Entscheidungen zu treffen. Von einer Sünde kann man zu diesem Zeitpunkt daher nicht sinnvoll sprechen: Das Alte Testament verwendet das Wort „Sünde“ erst bei der Erzählung, in der Kain seinen Bruder Abel erschlägt (Gen 4).
Schon früh wurde die Erzählung jedoch anders gelesen und der Fokus auf die Sünde gelegt, etwa bei Paulus (Römerbrief 5,12) – in diesem Zuge wurde auch die Schlange zum Sinnbild des Satan. Dass die Frucht schließlich häufig als Apfel dargestellt wird, geht vermutlich auf ein lateinisches Wortspiel zurück: „Das Böse“ heißt malum, „der Apfel“ mālum (mit langem a).
Der katholische Theologe Oliver Dyma forscht am Institut für Biblische Exegese und Theologie (IBET) der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster zum Alten Testament, insbesondere zur Rezeptionsgeschichte und zur Vorstellung vom Königtum Gottes.